Freitag, 24. Februar 2006

Vorher feurig, nachher sauer

Karneval oder Fasching? Sins Sie ein Couch-Muffel? Oder lassen Sie sich in das große Finale der Narren, Jecken und Spaßmacher reinfallen? Ich jedenfalls feiere die Feste, wie sie fallen - und das "feste". Geplant habe ich bis Dienstag Nacht um 24:00 Uhr nichts, aber vielleicht falle ich unvorhergesehener Weise in irgendeine Bar ein. Ob Berlin, München oder Köln - sobald Sie den Fuß an diesem Wochenende in der City haben, sollten, werden sich unvorhergesehene Dinge ereignen. Alkoholgeschwängerte Personen umarmen Sie urplötzlich und wollen mit Ihnen tanzen, trinken oder eine Freundschaft anbandeln. Lassen Sie es zu! Was kann schon passieren? Nur bei einem möchte ich Sie dringend warnen: Unterschätzen Sie den Alkohol nicht. Bauen Sie sich ein gutes Fundament mit Thunfisch, Brathering, Tatar, Gulaschsuppe und Brot. Ein bisschen fett und ganz viel scharf. Bleiben Sie dann bitte beim Alkohol bei einem Getränk. Nicht durcheinander trinken. Und zwischendurch immer wieder kräftig Wasser trinken. In den Morgenstunden passen dann Rollmops, Austern oder ein gut wärmendes Süppchen. Oder wollen Sie am anderen Tag einem Kater begegnen?

Donnerstag, 23. Februar 2006

www.zimmer-mittendrin.de

Wenn ich nicht schon in Berlin wohnen würde, ja dann wüsste ich, wo ich mich bei meinen Besuchen einquartieren würde. Gucken Sie mal auf die Homepage der Gastgeberin und Schauspielerin Sabine Knoll.
Vielleicht sind auch Sie ein Typ, der durch viele Reisen das anonyme Wohnen in Hotels satt hat. Ja, dann ist diese kleine, feine Künstlerpension "mittendrin", gleich um die Ecke vom KadeWe, genau das Richtige für Sie. Sabine Knoll führt ihre ganz persönliche Pension mit Engagement, viel Liebe und einem sehr geschicktem Händchen, was Einrichtung und Ambiente betrifft. Auf der Homepage Zimmer-mittendrin.de können Sie übrigens alle Zimmer quasi auf einen virtuellen Spaziergang besichtigen und das entsprechende auch gleich buchen.
Ich überlege manchmal zwischendurch, ob ich dort nicht einfach mal einchecken sollte, obwohl ich selbst in Berlin wohne. Mal wieder ein anderer Blickwinkel auf die Stadt, die ich so liebe, müsste wunderbar sein.

Mittwoch, 22. Februar 2006

www.rettet-das-mittagessen.de

Ich bin keine Mittagesserin! Ganz einfach, weil ich danach müde werde. Wenn ich wirklich mal zu Mittag esse, plane ich danach eine Stunde auf der Couch ein.
Aber trotzdem. Was mein Lieblingskollege für Kolumnen zum Thema Mittagessen schreibt, könnte mich möglicherweise umstimmen. Denn es geht um den Verfall einer bestimmten Kultur. Die Kultur des festgesetzten Termins einer mittäglichen Mahlzeit. Die Kultur der mittäglichen Pause, dem Reden mit Kollegen/innen, dem Abschalten von der Arbeit, einer Pause, die zur Regenerierung dienen soll. Ja, dafür sollte man sich Zeit nehmen. Ansonsten verlernen wir noch die Kommunikation am Tisch. Womöglich ist als nächstes das Frühstück dran und danach - ganz entsetzlich - das Abendessen! Wir genügen uns dann selbst mit dem MP3-Player in den Ohrmuscheln, stopfen Fastfood im Vorbeigehen in uns rein - und gehen irgendwann in Kuschel- und Lachseminare, weil wir die "Grund-Kommunikation" beim Essen vernachlässigen und verlernen. Gar nicht auszumalen, was das für eine Lawine auslösen könnte. Also finde ich es richtig, dass mal jemand auf den Tisch haut und sagt: Alle setzen und essen.
... lesen Sie im Blog Rettet-das-mittagessen.de Geschichten wie "Bei den Herdeflüsterern" oder "Wie koche ich ein Buch?".

Dienstag, 21. Februar 2006

Den Gaumen erziehen!

Erziehung hat nichts mit Kasteiung zu tun. Vielmehr mit einer Art Wegweiser, die uns die guten, von den schlechten Regeln, Taten, auch Aktionen trennen lassen.
Ich habe - und darauf bin ich sehr stolz - mit einer absoluten Konsequenz - meine Kinder auch im Gaumenbereich erzogen. Dazu gehört eine tiefe Liebe zur Küche, zur Natür und die Fähigkeit, auch über den Tellerrand blicken zu können/wollen.
Meine Kinder haben bereits im Alter von zwei Jahren die unterschiedlichsten Oliven auseinander halten können und während ihrer zahnlosen Zeit, habe ich einfach die schönen, gekochten Leckerbissen in die Moulinette befördert, um Brei daraus zu machen (sah nicht immer hübsch aus).
Meine Tochter entwickelte sich zu einer gaumenerzogenen Leckerschmeckerin. Gezielt geht sie im Supermarkt, auf dem Bauernmarkt oder im Feinkostladen direkt auf gute Qualität zu. Ja, und was habe ich heute davon?
Sie probiert einen Bissen im Restaurant und meint: "Mama, das esse ich nicht. Zu lange gekocht, Scheiß-Qualität, fade Würzung und zu fett". Und dann schiebt sie den Teller weg.
Ist nicht immer schön für mich, dem Kellner klar zu machen, warum wir dieses oder jenes nicht essen. Abgesehen davon, auch manchmal teuer. Manchmal frage ich mich, ob ich diesen Part der Erziehung gut gemacht habe. Und die Antwort ist: Ja! Denn meine Kinder schauen bei jedem Lebensmittel zuerst auf die Inhaltsliste. Und entscheiden dann, ob sie so etwas essen würden.
Und wie ist das bei Ihnen?

Montag, 20. Februar 2006

"Nicht Fisch und nicht Fleisch"

Ich mag nicht gerne in Restaurants gehen, wo mir vermeintlich "internationale Küche" serviert wird. Ich mag keine Restaurants, deren Speisenkarte so dick ist, dass ich für meine Entscheidungsfindung eine halbe Stunde brauche. Ich mag keine Restaurants, deren Tische zwar üppig mit Decken und Stoffservietten garniert sind, wo aber die Küche nicht damit konkurrieren kann.
Was ich mag: Sind Tagesangebote, die mir signalisieren, dass der Koch tagesfrisch eingekauft hat. Ich mag Speisenkarten, die klein, aber fein sind. Ich mag blanke Tische, auf denen ehrliche Küche serviert wird. Ich mag Restaurants, die mir durch ihre Nationalität klar ein landestypisches Essen vorgeben.
Was ich fürchterlich finde: Wenn ich bei dicken Speisenkarten von Sushi, Tsatsiki, Tapas, Lasagne, Rinderbraten und Créme brúlee alles finde. Es entsteht bei mir dabei das Gefühl, dass in der Küche ein Chamäleon arbeitet, das je nach Bestellung zwischen Tiefkühler, Trockenlager und Mikrowelle fungiert.
Es ist nicht gut, wenn man alles bekommt! Zügeln Sie notfalls Ihre Gelüste und trösten Sie sich bei dem Gedanken, dass es nicht um Verfügbarkeit geht, sondern um Qualität. Wie immer im Leben ...

Freitag, 17. Februar 2006

Muss es immer Kaviar sein?

Sogar Kochbuchautorinnen werden nervös, wenn ein neuer Lover das erste Mal zu Besuch kommt und der lapidare Satz im Raum steht: "Lass uns doch zusammen essen". Sie können es wahrscheinlich nicht nachempfinden, aber wenn man mit Essen, Kochen und Schreiben beruflich so 100 prozentig en top ist, wird die Erwartungshaltung von anderen immens hoch geschraubt. Logisch, ja! Aber ich koche auch nur mit Wasser. Gut - ich kenne Rezepte aus aller Welt, habe bei den besten Köchen weltweit Kochkurse besucht, bin fachlich versiert, wie nicht viele. Doch - im Endeffekt habe ich ein anderes Problem: Ich kann mich bei meiner kunterbunten Vielfalt einfach nicht entscheiden. Tausende Rezepte gehen durch meine Kopf-Datenbank, ich verwerfe, modle um, kreiiere neu - und im Endeffekt bin ich doch nicht zufrieden.
Mittlerweile greife ich nach einem einfachen Trick: Ich koche grundsätzlich gute Hausmannskost. Solche, auf die ich mich verlassen kann. Von Gulasch, hausgemachten Spätzle bis hin zu Rouladen, Schweinebraten und Königsberger Klopsen. Und wissen Sie warum? Meine Erfahrungswerte sind die, dass heutzutage kein Mensch mehr richtig kochen kann, geschweige denn gutes, gekochtes Essen serviert bekommt. Wir alle rennen von Sushi, zu Döner über Kimschi, Currywurst, Tapas und Fastfood. Warum soll ich das auch noch zu Hause servieren? Tortillas, Quatsch mit Sauce, Kaviar und Lachs? Nein, ich schwöre auf Hausmannskost, weil sich jeder davon die Finger abschleckt. Und - falls wir kein Besteck brauchen - greife ich auf mein Rezeptrepertoire in "Fingerfood for Lovers" zurück. Eine tolle Fundgrube für alle lüsternen Gelegenheiten. Guten Happetit

Mittwoch, 15. Februar 2006

Süß-saure Sinnlichkeit mit Essig

Denken Sie bitte nicht an den Essig, der Ihnen sämtliche Haare zu Berge stehen lässt, ob der Geruch vom Putzen oder der von undefinierbarem Eingekochtem. Ich meine die Flüssigkeit, die im Bereich von gutem Aceto Balsamico zu finden ist, Essige, von denen sie schlückchenweise gar nicht mehr lassen können. Ich habe diese Essige bei dem "Essigdoktor" Georg Wiedemann in der Pfalz kennengelernt. Er sagt von sich: "ohne Essig wäre mein Leben fad"; und das ist nachzuempfinden, wenn man ihn sprechen hört. Er veranstaltet in seiner "Burg" regelmäßig Essigseminare und -dinner. Dazu wandeln alle Teilnehmer mit Kutten durch die Gewölbe, in denen die "Kinder" von ihren "Essig-Müttern" ausgetragen werden. Und überall gibt es Degustationsschlucke in langen Stielgläschen. Die harmonischen Essige schmecken deshalb so gut, weil sie mit Aromaten entsprechend süßer gemacht werden, ob nun z. B. mit Cassis, Veilchen, Honig, Mandelblüten oder Kaffeeblüten. Mein Tipp: Gehen Sie mal in spezielle Essig & Öl-Geschäfte und probieren Sie ein paar Schlückchen. Herrlich - Sie werden in Zukunft bestimmt besser über Essig denken.

Dienstag, 14. Februar 2006

"Laufen Sie nicht ins offene Messer ..."

Hiermit möchte ich Ihnen die allerletzte Warnung wegen des "Tages der Liebe" geben. Natürlich wissen wir alle, dass es ein Tag des Kommerzes ist. Ein Tag, an dem sich der Blumenhandel dumm und dämlich verdient. Ein Tag, der speziell zur Kauf-Förderung gedopt wurde. Wir wissen es alle! Doch trotzdem - es spielen alle Menschen verrückt an diesem Tag. Man hat das Gefühl, dass man sich dafür entschuldigen muss, dass man just an diesem Tag keine Rosen oder etwas Ähnliches vorweisen kann. Nicht einmal eine blöd dreinschauende Diddel-Maus, ein Plüsch-Herzkissen mit dem Aufdruck "Love", Marzipanherzen mit Röschenaufdruck oder sei es nur ein Herzchenanstecker, der blinkt.
Liebe Männer, auch wenn es euch noch so schwer fällt, aber ein paar Blümchen an diesem Tag, könnten euch für den Rest des Jahres Narrenfreiheit gewähren. Ja - und liebe Frauen, falls ihr am Valentinstag nichts bekommen solltet, dann sind eure Männer entweder schlecht erzogen oder (ich will es ja gar nicht aussprechen) doch ganz liebenswerte, individuelle Typen. Aber liebe Frauen, lasst Euch bloß nichts anmerken und zieht im nicht beschenkten Falle eurerseits etwas Nettes hinterm Ofen hervor. Eure Männer könnt Ihr bei Gelegenheit einfach mal "ins offene Messer rennen lassen". Oder so ähnlich.

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