Dienstag, 30. September 2008

The Regent Berlin und sein Teamaster

Tee aus Sri Lanka –
im The Regent Berlin eine Spezialität mit Geschichte

Berlin, Mai 2007 – Tropisches Klima, Flughunde in den Bäumen und Teepflücken auf 2.000 Metern Höhe – alles andere als alltägliche Arbeitsbedingungen für den TeaMaster eines Berliner Luxushotels. Was sich im ersten Moment wie ein Abenteuerurlaub anhört, ist das international einzigartige TeaMaster-Programm des Frankfurter Teehauses Rönnefeld, das Roland Pröh vom The Regent Berlin bereits zum zweiten Mal absolviert hat. Während bei der Ausbildung zum TeaMaster Silber noch Theorie, Verkostung und die perfekte Zubereitung verschiedener Grün-, Schwarz- und Kräutertees auf dem Lehrplan standen, geht es bei der Fortbildung zum TeaMaster Gold vor allem um das Sammeln von Praxiserfahrung in einem Anbaugebiet. Und so war Sri Lanka, wo die Briten Mitte des 19. Jahrhunderts mit der Kultivierung von Teepflanzen begannen, das Ziel von Pröhs Studienreise.
Im Teesalon des The Regent Berlin werden die Gäste besonders kundig verwöhnt. Roland Pröh, der TeaMaster des Hotels, hat sich intensiv mit allen Aspekten der Teekultur befasst. Von Anbau, Produktion und Lagerung, über die unterschiedlichen Nuancen von Schwarz-, Grün- und Kräutertees – von denen er die meisten auch in einer Blindverkostung erkennt -, bis hin zur optimalen Temperatur des Wassers und idealen Ziehzeiten. Wer mit dem TeaMaster ins Gespräch kommt, kann vieles Wissenswerte über das edle Brühgetränk erfahren.
Seit neuestem erzählt Roland Pröh besonders spannende Geschichten, denn aufregende acht Tage auf Sri Lanka liegen hinter ihm. Auf der Insel im Indischen Ozean hat Pröh eine intensive Fortbildung zum TeaMaster Gold absolviert. Kaum gelandet in der Hauptstadt Colombo, führte der Weg der acht Seminarteilnehmer in einen Kräutergarten in der Stadt Kandy mitten im Herzen des Inselstaates. Kräutertees der frischen Art, aber auch ganzheitliche ayurvedische Anwendungen mit den exotischen Gewächsen waren das praktische Ergebnis dieses ersten Zwischenstopps.
Früh am nächsten Morgen galt es eine regionale Spezialität zu verkosten: Hopper. Hauchdünne Eierkuchen aus Kokosmilch und Reismehl, wahlweise mit Ei. Eine angenehm sättigende Grundlage für einen Tag, der es in sich hatte. Zunächst kündigte Reiseleiter Rawi einen ersten Halt auf 500 Metern über dem Meeresspiegel an, um eine Teefabrik zu besichtigen, in der in einem maschinellen Verfahren Tee verarbeit wird. Hier bestaunten die Teilnehmer in einer so genannten Nursing Station auch zarte Teepflänzchen, die in einigen Jahren reiche Ernte bringen sollen. Immerhin um die 4 Kilogramm frische Teeblätter müssen für gerade ein Pfund schwarzen Tees geerntet werden. Bald schon ging es weiter nach Nuwara Eliya auf 2.000 Meter Höhe, wo der Tee noch orthodox, also in reiner Handarbeit verarbeitet wird. Diese schonende Methode wird vor allem bei der Produktion von Spitzensorten angewandt. Erschöpft von den vielen Eindrücken und neu gewonnenen Einblicken in die Welt des Tees, sanken die Teilnehmer in ihre Betten in der „Tea Factory“, dem höchstgelegenen Hotel der Insel in einer alten Teefabrik.
Noch weiter hinauf in die Berge hieß es für die Gruppe gleich früh am nächsten Tag. Nach einem fast zweistündigen Marsch durch steil ansteigendes Gelände, erreichten Roland Pröh und seine Mitstreiter die Teefabrik Concordia, um unter fachkundiger Anleitung von Teepflückerinnen das erste Mal selber Blätter zu ernten. „Ich war beeindruckt, mit welcher Ruhe, Zielsicherheit und Eleganz diese Frauen ihrer schweren Arbeit nachgehen,“ schildert der TeaMaster des Regents seine Eindrücke.
Der vierte Tag stellte die Teilnehmer vor ganz andere Herausforderungen – die Reisekrankheit. „Über eng gewundene Straßen ging es zurück in die Stadt Kandy, dort wechselten wir den Bus, weil die Wege auf der Weiterfahrt noch schmaler wurden. Für die meisten von uns eine absolute Tortur. Lieber hätten wir noch die eine oder andere Stunde in den Teeplantagen geschuftet,“ schildert Roland Pröh die Strapazen der Reise. Den Besuch im Teemuseum in Hantane hat er dennoch genossen. „Hier lebt der Geist der Kolonialzeit weiter. James Tayler wird als Pionier gefeiert, der nach der Kaffeepest von 1869 Teepflanzen aus Kalkutta auf die Insel brachte, und damit eine wirtschaftliche Blütezeit eingeläutet hat.“
Der absolute Höhepunkt der Reise stand am nächsten Tag auf dem Programm: der Besuch einer Teeauktion in Colombo. „Laut, hektisch, schnell – und wahnsinnig spannend!“, bringt Pröh seine Eindrücke auf den Punkt. Umso angenehmer, dass die Gruppe den restlichen und folgenden Tag in einem Hotel am indischen Ozean verbringen konnte. Hier standen dann theoretisches Fragen und eine anspruchsvolle Prüfung im Vordergrund. Um so ausgiebiger wurde im Anschluss gefeiert.
Kaum zurück im The Regent Berlin Berlin, hat Roland Pröh eine in Deutschland wohl einmalige Spezialität auf die Barkarte gesetzt – Teecocktails. Mit oder ohne Alkohol, aber immer mit einem ordentlichen Schuss Tee sind die Getränke mit so klingenden Namen wie Factory Queen genau das richtige für einen heißen Sommerabend.

THE REGENT BERLIN
Charlottenstraße 49
D- 10117 Berlin
http://www.regenthotels.com/berlin
http://www.fischersfritzberlin.com

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