Sante de Santis, mein Lieblingskoch aus der Sendung "Kochduell" hat ein neues Kochbuch im Umschau Verlag herausgebracht.
Es sieht im ersten Moment nach viel Arbeit aus. Uff - abwiegen, kneten, ruhen, auswellen, schneiden, kochen, abgießen...aber ich liebe es in der Küche stundenlang vor mich hinzuarbeiten. Das ist so wie eine Art "verordnetes Schweigen mit ruhigem, konzentriertem Arbeiten", um wieder Kraft für die anderen Unwägbarkeiten des Lebens zu schöpfen. Die Wut lasse ich dabei am Teig aus und boxe und knete das Mehlgemisch durch, so dass wir am Ende beide ruhen müssen.
Jedenfalls finde ich das Teigwarenbuch von de Santis sehr ansprechend. Natürlich handelt es sich um italienische Teigwaren bzw. Küche. Alles querbeet - was wir an Italien so lieben. Doch bevor ich mich mit Santo´s Anweisungen in die Küche stelle, werde ich "die Worte" aus dem Kochbuch erst einmal essen, bevor ich zur Umsetzung in meiner Küche schreite.
Nähere Infos: www.umschau-buchverlag.de
Jetzt muß ich mich mal selbst loben, auch wenn Eigenlob stinkt: Ich habe beim Seehamer Verlag ein Kochbuch mit dem Titel "Rohkost, Rezepte aus dem Paradies" veröffentlicht. Ein großes, schönes Buch mit fantastischen Fotos, die von Martina Görlach stammen. Die Rezepte sind zum Genuss alle roh - eben rohe Kost. Ein kunterbuntes Treiben aller Farben, optisch auch eine Wohltat für die Seele, wartet auf dem Teller, um genüsslich verspeist zu werden. Nun ist mein Buch von der Gastronomischen Akademie Deutschlands für 2006 mit der Silbermedaille ausgezeichnet worden. D.h. die Medaille wird feierlich auf der Buchmesse am 4.Oktober überreicht. Welch eine Freude, denn ein größeres Lob für meine Arbeit (außer der Goldmedaille) könnte ich mir gar nicht vorstellen. Und ich finde, dass ich und mein Verlag, diese Auszeichnung auch verdient haben.
By the way: Unser Buch ist auch vom World Gourmand Cookbook Award, 2006 als bestes Gemüsebuch in Deutschland ausgezeichnet worden.
Ich bekam Presseinformationen aus Südtirol. Alles las ich ganz genau durch, meine Gedanken schwelgten dabei schon in Bozen, Meran und im Rosengarten. Doch - hungrig sollte man diese Informationen nicht lesen. Das Rezept der "marinierten Forelle auf Apfelbett" hat es mir angetan.
Also besorgte ich mir schnell 2 geräucherte Forellen, die ich in vier Filets aufteilte. Dann rührte ich (genau nach Rezept) den Saft von 1 / 2 Zitrone mit 1 TL Südtiroler Honig, 1 durchgepressten Knoblauchzehe und mit Salz und Pfeffer. Mit dieser Flüssigkeit beglückte ich die Forellenfilets und ließ sie erst einmal zugedeckt 30 Minuten ziehen bzw. marinieren. Aus 3 EL Apfelessig, 3 EL Olivenöl, 1 Bund Schnittlauchröllchen und Salz und Pfeffer rührte ich die Marinade.
Dann schälte ich 3 Südtiroler Äpfel und hobelte sie in feinste Scheibchen. Diese verteilte ich auf zwei Teller und darauf legte ich die marinierten Forellenfilets. Die Schnittlauchsauce habe ich schon vorher über die Apfelscheiben löffelweise verteilt. O.k., jetzt klingle ich noch bei der Nachbarin und lade sie zum Essen ein. Dazu gibt es Südtiroler Schüttelbrot und ein Gläschen Südtiroler Weißburgunder. Südtirol schmeckt gut.
www.suedtirol.info/produkte
www.suedtirolerwein.com
Wenn ich sage, dass ich in die Stadt gehe, was ja im Normalfall Shoppen bedeutet, findet man mich meist in einer Buchhandlung wieder. Stundenlang, ausdauernd und nicht müde werdend von den zigtausend Titeln, die einen ja förmlich erschlagen, muß ich zwischendurch darüber schmunzeln, was es denn so alles gibt: "Was denkt mein Hund", "Fit wie ein Turnschuh", "Liebe dich selbst - und es ist egal, wen du heiratest", "Das Katzenkochbuch (schade, leider ohne Rezepte!!), "Älterwerden ist nichts für Feiglinge", ein englischer Titel "The sad truth about happiness", SMS for Lovers, "Das Leben - es wird mir fehlen", "Familienpackung" oder "Was denkt meine Katze.
Es gibt mittlerweile für alles und jedes Thema ein Buch bzw. entsprechende Ratgeber. Mich amüsiert das, denn noch nie "fanden sich soviele Menschen zum Schreiben berufen". Jede (Lebens)situation, jede Vita, jedes Problem(chen) - alles wird zum Thema. Und ich frage mich wirklich, ob wir alle diese Bücher brauchen?
Mal ehrlich: Es gibt wenige Tage, an die ich mich erinnern kann, dass ich keinen Kaffee getrunken habe. Krankheitstage, wenn ich wirklich nur Tee trinken konnte. Oder wie in Kanada auf einer viertägigen Kanutour, wo wir keinen Camping-Kocher dabei hatten und alle "nur" Wasser getrunken haben.
Oder - Kaffeelose Tage fallen mir nun wirklich nicht ein.
Aber woran liegt es? Ich denke mal, dass Kaffee einfach zu den "Volksgetränken" - außer Wasser, Bier und Wein einfach dazu gehören. Es ist ein Gewohnheitsgetränk und wir machen uns im Normalfall auch keine Gedanken darüber. Doch in diesen Tagen wurde mir mal von einem "Veggie", der nicht trinkt, nicht raucht und auch keinen Kaffee trinkt, gesagt, dass ich Kaffeesüchtig wäre. O.k. ich hab´s registriert und nur gemeint: "Ich hätte einen niedrigen Blutdruck und so gesehen, wäre Kaffee eine Art Medizin, die mich morgens ordentlich in Schwung bringt". Aber so ganz unter uns: Gesessen hat diese Aussage schon. Wer läßt sich denn schon gerne in irgendeinem Zusammenhang sagen, dass er süchtig wäre. D.h. doch im Umkehrschluß, dass es eine Art Abhängigkeit vermittelt, sogar einen Entzug darstellt, wenn diese "gefährliche Droge" nicht in unserem Körper wäre. Schrecklich!
Cut - Heute morgen war ich noch besonders müde. Im Halbschlaf drückte ich den Knopf meiner vollautomatischen Jura (Rolls Royce unter den Maschinen) Kaffeemaschine. Upps - sie war kaputt. Und was machte ich, die sich die Kaffeesucht nicht nachsagen läßt?
Richtig: Ich kramte sofort die Bedienungsanleitung der Maschine hervor und setzte alles daran, dass die Maschine wieder funktionsfähig ist.
Ergebnis: Sie ist es nicht, weil ich ein Zusatzfilter erneuern muß und das bekommt man an Sonntagen nicht.
Realität: Nun sitze ich mit einem Orangensaft und einem schrecklich schmeckenden Caro-Kaffee (blöder Getreidekaffee) rum und werde einfach nicht wach. Ich kaffeesüchtig? Nein! In keinster Weise, ich bin nur ein bisschen müde und freue mich, dass frisch gepresster Orangensaft sehr gut schmeckt.
Gleich morgen früh gehe ich los und besorge den (blöden) Filter. Ich möchte doch meinen Besuch nicht enttäuschen, wenn Kaffee gewünscht wird....
Momentan befinde ich mich im tiefsten Bayern - dort wo meine Heimat ist. Genauer gesagt im Landkreis Altötting, dem katholischten und "schwärzesten" Landkreis Deutschlands überhaupt, dort auch, wo unser Papst Benedikt XVI, im September Altötting einen Besuch abstatten wird.
Natürlich gehe ich meiner Lieblingsbeschäftigung "Essen, trinken und schreiben" nach, deren Recherche mich auch zwischendurch immer wieder verblüfft: Seit einigen Jahren ist es ja Mode geworden, dass jedes Kaff (Dorf), jeder katholische Frauenbund, mittlerweile in ganz Deutschland, sein eigenes ortsverbundene Kochbuch veröffentlicht. Dabei wird oft mit den einfachsten Mitteln, oft nur Schreibmaschinenblätter zusammengeheftet, Fotos in schrecklicher Qualität und handgeschriebenen Texten - kund getan, was man z.B. in Feichten (einem 1000 Seelendorf) oder in Halsbach (800 Einwohner) gegessen wird. Wenn Sie nun meinen, dass hier authentische, überlieferte, bayerische Rezepte gesammelt sind, kann dies leicht zu einer (kulinarischen) Enttäuschung führen. So liest sich in dem wiederum netten, zusammengebundenen Kochbuch aus "Kirchweidach" (2000 Einwohner) mit dem Titel "unsere bayerische Küche" ein buntes Sammelsurium aus aller Welt. Z.B. Kathi M. schwört auf ihr Curry mit Rosinen (mit Aromat), Agnes H. macht Appetit auf ein Sherry Trifle und Elisabeth A. beschreibt einen eigenwilligen Hawaii Toast. Die Mengenangaben müsste man noch separat nachfragen, wenn man denn danach kochen wollte. Das Einzige, was mir an diesen "Dorf-Kochbüchern" immer wieder gefällt, sind die Kuchenrezepte. Denn überall auf dem Land gibt es noch die berühmte Kaffeesstunde mit selbstgemachten Kuchen, dass sich die Balken biegen.
Fazit: Die bayerische Küche gehört besser gehegt und gepflegt. "Packerlsoßen und Aromat" sind Usos in vielen Gasthöfen und heimischen Herden - und lieber esse ich dann keinen Schweinebraten. Knödel vom Vortag mag ich auch nicht, Schweineschmalz in Brezen (angeblich Geheimrezept einiger Bäcker) schütteln mich und Weißwürste esse ich nur frisch vom Wurstkessel mit speziellem Händlmeier Senf. Also - Bayern ist multikulturell - mit Tsatsiki und Wraps auf der Speisenkarte - angeblich, weil sich das besser verkauft. Ich freue mich schon auf den "Lindenbräu" am Potsdamer Platz in Berlin, denn dort werde ich frischen Schweinebraten mit Semmelknödel und Krautsalat essen.
Das Internet macht´s möglich. Die Welt ist näher zusammen gerückt und wir, jeder Einzelne profitiert davon. Wollen wir ein bestimmtes Rezept, ein nicht gekanntes Wort aus der Kulinarik oder ein Restaurant im Netz virtuell besuchen - einfach "googlen". Doch manchmal weiß man auch nicht, welchen Suchbegriff man eingeben soll, um vagen Spekulationen, einer gewissen Neugier oder einem bestimmten Gusto nachzugehen. Doch - Genuss kennt keine Grenzen - wie
www.slowfood.de
so schön formuliert.
www.foodwatch.de
klärt (mündige) Verbraucher auf und ist quasi die "Kulinarische Polizei.
www.rettet-das-mittagessen.de
ist eine wunderbare, (mittag)tägliche Lektüre, die genüsslich verspeist werden darf.
www.dinnerscout.de
offenbart Neuigkeiten, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.
www.deliciousdays.com
ein englischsprachiges Portal mit kulinarischen Köstlichkeiten.
Und noch zuletzt, worüber ich sehr lachen musste:
"Felice - die Anti-Aging-Praline - zu bestellen unter:
www.cafe-andersen.de
Stellen Sie sich vor, Sie kommen aus einer 3wöchigen Reise zurück - und das am Samstagabend. Sie haben natürlich vorsorglich die Zeit genutzt, um ihren heimischen Kühlschrank abzutauen und mal so richtig leer durchlüften zu lassen. Was erwartet Sie? Gähnende Leere, aber ein perfekt sauberer Kühlschrank.
Das Gefühl nun endlich wieder zu Hause zu sein, beinhaltet aber auch, es zu geniessen, wieder daheim zu essen.
Doch - wann, wie und wo am Wochenende einkaufen? Nicht den großen Einkauf, aber den kleinen, netten, der das Sonntagsfrühstück im Bett irgendwie gemütlich macht.
Probleme löst man, in diesem Fall, indem man einfach eine große Tankstelle anfährt. Käse, Schinken, Butter, Streichkäse, Milch, Cornflakes, Vollkornbrot, Eier und Kaffee. Perfekt! Alles da. Was will ich mehr?
PS: Vorsorglich stehen im Trockenregal zu Hause noch Spaghetti mit Tomatensauce. Es ist immer gut, ein "Mise en place" anzulegen. Der Sonntag gehört mir - und meinem Jetlag.