Wir Menschen reagieren genauso individuell, wie wir sind! Die einen klemmen sich bei Liebeskummer die Box Schokoladeneis und die Flasche Rotwein unter den Arm und spielen Couchpotatoe. Andere wiederum können bei solch gearteten Gefühlsausbrüchen rein gar nichts essen und ziehen sich lieber die Decke über den Kopf. Letztere Version ist mehr zu empfehlen, da dann beim nächsten Flirt keine Schokolade als Hüftgold zu sehen ist.
Sind wir im "Gefühlshoch" haben wir auch entweder mehr oder gar keinen Appetit. Fazit: Wir können also nur normal essen, wenn alles im Lot ist und die Zufriedenheitswelle rollt.
Ich plädiere jedoch für Lustfood, denn nichts ist schöner, als alles im Einklang zu haben.
Ich brauche morgens beim Aufstehen immer ein, zwei Sätze zum Lesen, so wie andere ihre Gymnastik, ihren Rundgang in der Wohnung - oder was auch immer.
Bei diesem "rituellen Lesefutter" genieße ich gerne Prospekte aus fernen Ländern. Momentan hat es mir Bali angetan. So steht in der augenweidenden Broschüre mit kunstvollen Fotos garniert: "A crisp new day. Butterflies rise from a lush, secluded valley in the heart of Bali".
Und das alles wird Wirklichkeit im Hotel "
Bagus Jati", einem Wellness-Resort "Health & wellbeing retreat", eingebettet in fünf Hektar wunderschön geschnittene Gärten auf Bali.
Zu diesem exklusiven und luxuriösen Gesundheits- und Wohlfühlprogramm wird kulinarische Unterstützung durch gesunde Menüs, deren Zutaten aus dem eigenem biologischem Anbau stammen, angeboten.
Fazit: Wellness für Körper, Geist und Seele sollte regelmäßig Pflicht sein.
Ich schon! Ich liebe es, mit den Fingern zu essen und mir danach (wie eine Katze) einzeln die Finger sauber zu lecken. Natürlich ist nicht jedes Essen dazu geeignet. Aber wenn es möglich ist, dann tue ich es. Wie z. B. beim Frühstück im Hotel. Ich beiße genüsslich in Erdbeeren und in ein Bagel. Dabei beobachte ich rundherum die anderen Frühstücksgäste, die oftmals penibel versuchen, große Erdbeeren und den Bagel mit Messer und Gabel zu "vergewaltigen". So "Fallstudien" sind was Interessantes, man kann ein bisschen einschätzen, wie die Menschen sonst so sind. Die Frau, die ich mit Messer und Gabel beim Verzehr der Erdbeeren sah, streift "danach" bestimmt die Laken glatt und duldet keine Krümel im Bett.
Gegrillte Hähnchen, Döner, Pizza, Currywurst, Falafel - esse ich alles "von der Hand in den Mund". Und ich kann mir keinen Partner vorstellen, der den Genuss anders sehen würde wie ich.
Fazit: In meinem Buch "
Fingerfood for Lovers" finden Sie reichlich Rezepte, bei denen besteckfreie Zone gilt ... und Genuss pur ist gesichert.
Um es gleich vehement vorweg zu sagen: Ich besitze keine Fritteuse und würde nie den Weg in die Küche dafür frei machen!
Das Thema beschäftigt mich, weil ich noch immer in Amerika verweile. Und hier, denke ich, ist die Geburtsstätte der figur- und gesundheitsschädlichen Fritteuse (behaupte ich mal ganz frech). Es ist mir ein Rätsel, was man alles (zu Tode) frittieren kann! Fleisch, Gemüse, Fisch, Früchte, Gemüse, Salat (auch!), Kräuter und Eiscreme!
Im Normalfall funktioniert das so: Das entsprechende Frittiergut dick in Panade einpacken, durch einen Teig ziehen oder/und noch in allem Möglichen (Kokosraspel, Zwiebelwürfel etc.) wälzen. Beim Eintauchen macht es zisch, wenn die Temperatur hoch genug ist und das Eingetauchte saugt sich schön voll mit Fett wie ein Schwamm. Im Idealfall ist das Frittiergut rundherum knusprig braun (was meistens nicht der Fall ist) und wird auf Papier entfettet oder tropft in einem Sieb ab. Aber egal, ob knusprig oder schlaff frittiert - es bleibt eine Menge Fett hängen. Das beste Beispiel sind frittierte Champignons oder Auberginen.
FETT PUR - DA KRIEGEN SIE IHR FETT AB!
Fazit: Wenn schon Fritteuse, dann dürfte man sie nur in homöopathischen Dosen abgeben. Dreimal im Jahr wäre genug. Und genau in dem Rahmen befinde ich mich. Dazu nehme ich einen normalen Topf, erhitze hochwertiges Kokosfett auf 180 Grad darin und frittiere erstens an Kirchweih bayrische Krapfen, zweitens zur Apfelernte gebackene Apfelringe und drittens an Weihnachten frittiertes Schokolodeneis. Mehr gibt es nicht!
Kennen Sie die Vergleiche auch? "Liebe wärmt man nicht wie Kaffee auf", "Liebe geht durch den Magen", "öfter mal Abwechslung auf den Tisch und in der Liebe", "man möchte nicht jeden Tag das Gleiche essen", usw.
Alles in der Liebe wird mit Essen verglichen. "Der Mund schmeckt wie ein Erdbeermund", "deine Haut ist süß wie Honig", "deine Wangen sind rot wie Äpfel", "du bist scharf wie eine Pfefferschote", "deine Augen sind wie Mandeln". Oder anders gesagt: Alle unsere Sinne richten sich nach Geschmack und Genuss. Wir haben quasi Wiedererkennungsmechanismen in der sensiblen Sinneswelt.
Wobei wir wieder bei meinem unerschöpflichen Lieblingsthema wären: Iss und trink und liebe. Das sind die eigentlich schönen Dinge im Leben, die uns Kraft für alles geben, was da kommen mag.
Fazit: Seien Sie verschwenderisch zu sich selbst und genießen Sie pur. Und apropos Liebe. Ich bekam eine sehr schöne Erklaerung dafür, wie es ist, wenn man für jemanden sein Herz öffnet:
"Sobald ich mein Herz öffne, gebe ich dir meine (Herzens)Vase. Bitte gib darauf acht, denn sie ist sehr zerbrechlich. Bricht sie aber doch, dann muss ich sie kleben und Risse erinnern an ein gebrochenes Herz".
Jedesmal, wenn ich in Amerika unterwegs bin, muss ich an Sally denken. Genau, die aus dem Kinofilm "Harry and Sally". Mir ist vollkommen klar, warum diese Szene der Essensbestellung so ins Absurdum geführt wurde. Bestelle ich hier in Amerika einen Salat, kann alles passieren. Dick und fett liegt Speck als Topping obenauf. Tausende frische Kräuter bevölkern das große Salatnest, geraspelter Käse, Fleischstreifen und zusätzlich gut gemeinte Toppings krönen den Salat zu einer Dreifach-Portion. Also reagiere ich wie Sally und checke erst einmal alles ab. Man könnte sagen, dass ich genauso wie sie bestelle. Aber warum? Eben, weil ich nicht amerikanisch erzogen bin und keinen großen Haufen Müll und Essensreste am Tisch zurück lassen möchte. Und keine Lust auf Gewichtszunahme verspüre (ich habe noch nie soviel dicke Menschen wie hier gesehen).
Heute waren wir in Disney. Alles wunderbar, bis auf die Nahrungsaufnahme. Also, nahm ich mir vorsichtshalber im Rucksack Äpfel, Orangen und Studentenfutter mit. Es ist echt schwierig, wenn man so überhaupt kein Fastfood mag. Überall gibt es Popcorn, Eis, Shakes und warmes Essen - alles frittiert. Okay, einen Stand habe ich entdeckt, wo man frische Ananas kaufen und eine Stelle, wo ich eine Salatschüssel bestellen konnte.
Fazit: Ich stehe einfach auf Slowfood mit genügend Ballaststoffen und Vitaminen. Und nicht auf Fastfood, auch wenn auf gezuckerten Getränken dick vermerkt ist, dass Vitamine darin enthalten seien.
Anmerkung: Sie müssen einmal fettfreie, cholesterinfreie, kalorienreduzierte, amerikanische Eiscreme probieren. Ich hab's getan: Ein Teil Eis blieb mir am Gaumen kleben, den Rest hat der Müll geschluckt.
Momentan ist es ein bisschen schwierig, meine fast tägliche Kolumne auf dem Laufenden zu halten. Grund: Ich bin in den USA auf kulinarisch-kultureller Tour unterwegs. Internet ist nicht immer verfügbar und wenn, dann in Warteschlange und mit der schönen Tastatur, die wir Deutschen nicht gewöhnt sind.
Aprospos gewöhnt: Das Essen ist wie Amerika von Doppelmoral geprägt. Entweder bekommen Sie die Salatblätter einzeln abgezählt und dazu Light-Dressing mit cholesterinfreien Speckwürfeln (!) und fettreduzierten Croutons. Oder Sie bekommen die volle Breitseite: fetttriefenden Speck auf butterglänzenden Spiegeleiern, dazu in Öl getauchte Toasts und doppelrahmigen Frischkäse obendrauf. Der "Amerikaner" holt sich dann meist noch extra Butter und Ahornsirup, damit es auch richtig zur Sache geht. Aber darüber nächstesmal mehr.
Ich möchte noch eine nette Geschichte von heute erzählen:
In einer Warteschlange stand hinter mir eine farbige Frau mit wunderschönen, schwarzen Locken, auf deren rosarotem T-Shirt stand: "Life is better blonde". Ich betrachtete diese Frau eine gewisse Zeit und fragte sie dann, wie sie zu dieser Annahme käme. Ich bin blond und wollte ihr eine politische Diskussion anbieten. Daraufhin lachte sie und sagte: "Ich war bis vor zwei Wochen noch blond." "Aja", entwischte es mir nur ...
Manchmal wünschte ich mir, als Mäuschen zu Essenszeiten in anderen Haushalten die Speisenkarte zu inspizieren. Gibt es Fisch, Fleisch oder Gemüse? Fastfood, Slowfood oder organische Kost? Brot mit Belag, ein Durcheinander oder ganz was anderes? Ist der Tisch schön gedeckt oder wird als Couchpotatoe aus der Hand gegessen? Gibt es Bier, Wein oder Softdrinks?
Nicht, dass ich allgemein neugierig wäre, aber ich glaube nicht, was Konsumenten vorgeben, zu Hause zu essen. Oder anders gesagt: Bei Umfragen gibt kein Mensch zu,dass er zu McDonalds geht. Aber wo kommen dann die ganzen Kunden her?
Wahrscheinlich ist es nur allzu menschlich, dass wir das vorgeben, was wir im Innersten gerne (sein) möchten. Gesund, abwechslungsreich auf schön gedeckten Tischen hübsch dekorierte Speisen essen. In der Realität schaffen wir es nicht. Also gibt es "gepfefferte Lügen" und "gesalzene Antworten".
Fazit: Na, was geht ab? Ganz einfach: Wir mogeln uns auf der Speisenkarte genauso durch wie im normalen Leben.
Schluss mit den deftigen Wintergerichten. Die Tage werden länger, die Speisen leichter. Marktstände und Gemüsegeschäfte locken mit frischen Genüssen, mit zarten Sprossen und schlanken Trieben. Für enge T-Shirts und knappe Röcke braucht es mal wieder etwas "Body-Sharping".
Mein Vorschlag: Frisch gepresster Orangensaft, grüner Tee, frischer Obstsalat und Joghurt zum Frühstück
Zum Mittagessen eine große Salatschüssel mit allem, was Ihr Gemüsehändler bereit hält: Zucchini, Feldsalat, Paprikaschoten, Tomaten, Frühlingszwiebeln und frische Kräuter.
Zum Nachmittag Birnen oder Äpfel essen.
Zum Abendessen frische Gemüse aus dem Backofen mit neuen Kartoffeln und Frühlingsquark.
Wetten, dass Sie sich nach so einem "kulinarisch-frühlingshaften Tag" wie zum Bäumeausreißen fühlen?